Jan Gräfje

Studium

Ich studiere im 10. Semester Physik, in den letzten Jahren mit einem Fokus auf theoretischer Teilchenphysik. Im Rahmen des Physik-Studiums bin ich recht natürlich dazu gekommen, auch etwas Mathematik und Informatik zu hören, der Abwechslung halber habe ich an der Uni aber auch mal in Geschichtswissenschaften, Philosophie und allgemeine Naturkunde geschnuppert. Vom September 2019 bis zum März 2020 habe ich einen Auslandsaufenthalt an der University of Washington in Seattle absolviert. Zugegebenermaßen wäre es mir lieber gewesen, den Aufenthalt erst wie geplant im Juni dieses Jahrs zu beenden, aber das hat, wie so vieles dieser Tage, nicht ganz wie geplant funktioniert.

Trotzdem hat der Aufenthalt in einem deutlich anderen Universitätsbetrieb mir neue Perspektiven auf unsere Uni eröffnet. An amerikanischen Unis ist definitiv nicht alles besser, aber eben auch nicht alles schlechter. Insbesondere in Bezug darauf, wie die Universität mit ihren Studierenden kommuniziert, könnten wir uns meiner Meinung nach hierzulande durchaus ein bisschen was abschauen.

Hochschulpolitik

Auf die Fachschaft MathPhysInfo bin ich in der -3. Woche meines Studiums (während des Vorkurses) gestoßen und obwohl ich in dieser ersten Woche nur aus Höflichkeit in die Sitzung gekommen war, ist das schnell in Überzeugung umgeschlagen. Ab dem 3. Semester habe ich drei Jahre lang studentische Interessen in der Studienkommission Physik und zwei Jahre lang im Fakultätsrat der Physik vertreten. In dieser Zeit habe ich, in Zusammenarbeit mit den anderen studentischen Studienkommissionsmitgliedern und unserem Studiendekan, daran gearbeitet, das Studium weiterzuentwickeln, kurzfristig aufkommende Probleme zu lösen und Anliegen der Studierenden meines Faches zu adressieren. 2017 habe ich auch an der Reakkreditierung der Physikstudiengänge im Rahmen eines Q+Ampel-Verfahrens mitgewirkt, eine Erfahrung, die zusammen mit anderen Interaktionen mit dem heiQuality-Büro insbesondere bezüglich der Lehrevaluation in der Physik viele meiner Meinungen zur Akkreditierung an der Universität Heidelberg informiert und begründet hat.

Parallel habe war ich drei Jahre lang Finanzer der Fachschaft MathPhysInfo, bin für die Fachschaft Physik mehrmals auf Bundesfachschaftentagungen entsandt worden und habe schließlich 2018 selbst hier in Heidelberg eine Konferenz für 200 Physikstudierende anderer Universitäten organisiert.

Das interessanteste Amt, das ich an der Universität wahrgenommen habe, war als studentischer Vertreter in zwei Berufungskommissionen (das sind Gremien, die darüber entscheiden, wer als neuer Professor*in eingestellt werden soll). In einer Berufungskommission sitzen normalerweise ca. 15 Wissenschaftler, also größtenteils Professoren, und nur ein einziger Studi und die meiste Zeit wird über die fachwissenschaftliche Eignung der Bewerberinnen und Bewerber diskutiert. Entsprechend ist es schwierig, als Studi in diesem Gremium gehört und ernst genommen zu werden. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man es frühzeitig schafft sich als kompetenter und ernsthafter Diskussionsteilnehmer zu etablieren, trotzdem in der Lage ist in einigen Punkten Einfluss auf die Entscheidung des Gremiums zu nehmen. Entsprechend will ich auch im Senat versuchen, als seriöser Teilnehmer wahrgenommen zu werden, um die Einflussmöglichkeiten, die der Senat bietet, so gut wie möglich zu nutzen.