Offenheit

Das Motto der Universität Heidelberg „Semper Apertus – Stets Offen“ steht – um es intellektuell schön zu formulieren – in einem deutlichen Spannungsfeld zu den Entwicklungen bei Studiengebühren und der bewussten Propagierung als Exzellenz-/Elite-Universität im Rahmen der Exzellenzinitiatve in den letzten Jahren. Wir betrachten Offenheit allerdings weiterhin als eine der wichtigsten Tugenden, die sich in allen Aspekten der Universität niederschlagen sollte.

Unter Offenheit verstehen wir, dass möglichst vielen an der Universität Heidelberg der Zugang zu hochwertiger Ausbildung und anregendem Austausch mit Gleichinteressierten ermöglicht wird. In diesem Sinne ist Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder anderer sachfremder Charakteristika abzulehnen und ihrem Aufkommen vorzubeugen. Im Positiven sehen wir Potential darin, die Offenheit der Universität durch Beratungsangebote vor und während der Studienzeit zu verbessern. Unzutreffende oder nicht vorhandene Vorstellungen über ein Universitätsstudium halten weiterhin viele potentielle Studierende von den Universitäten fern. Und nach den Erfahrungen in unseren Fächern können Begleitangebote gerade in der Anfangszeit des Studiums maßgeblich zum langfristigen Studienerfolg beitragen und das Scheitern von Studienverläufen aufgrund fehlenden Wissens über effektive Studiertechniken reduzieren.

Eine banale Verbesserung der Offenheit durch pauschale Reduzierung der Ansprüche in der Lehre sehen wir nicht als geeignete Maßnahme, da sie dem Ziel den Zugang zu hochwertiger Ausbildung inhärent zuwiderläuft.

Ein kultivierter Eliten- und Exklusivitätshabitus steht diesem Ideal von Offenheit aus unserer Sicht ebenso entgegen. Ein solcher Habitus scheint uns keine Maßnahme mit nennenswertem Einfluss auf die Qualität der Lehre und Forschung an der Universität Heidelberg zu sein (und wenn überhaupt, dann im Negativen durch das Nähren einer unspezifischen Selbstgefälligkeit).